Impulse zur Nizza-Reise (21. bis 25. September 2022)

Unsere diesjährige Kulturreise führt uns nach Nizza. Den Besuch der südfranzösischen Metropole und ihres Umlandes wollen wir mit thematischen Impulsen vorbereiten. Die Vorträge behandeln Themen, mit welchen wir auf unserer Reise in Berührung kommen werden und können auch unabhängig von der Reise besucht werden.

Die Impulse sind jeweils am Dienstag um 20.00 Uhr nach dem Wort-Gottes-Dienst.

Gian Rudin, Pastoralassistent

19. April: Vinzenz von Lérins: Was ist eigentlich katholisch? (Pfarreisaal)

Die Inselgruppe Lérins in der Nähe von Nizza und die darauf beheimateten Klöster waren eine wichtige theologische Triebfeder. Insbesondere der Abt und Kirchenlehrer Vinzenz sticht hier mit seinen scharfen theologischen Beiträgen hervor. Vinzenz definiert das katholische als das, was überall, was immer, was von allen geglaubt wurde und setzt so Rechtgläubigkeit und Häresie in einen Gegensatz. Wirkmächtig war dabei sein Commonitorium, ein Arzneikasten gegen Irrlehren. Wie können wir das Prinzip von Vinzenz heute verstehen und zu einem geschichtssensiblen Verständnis ohne von kirchlicher Tradition gelangen?

7. Juni: Henri Matisse und der Fauvismus (Pfarreisaal)

Als fauves, Verrückte wurde die Malergruppe um Henri Matisse bezeichnet. Die wilden Farbexplosionen auf ihren Bildern schockierten und inspirierten ihre Zeitgenossen zugleich. Der Fauvismus als Stilrichtung machte auch Anleihen bei der Kunst aussereuropäischer Kulturen und hatte einen wichtigen Einfluss auf die sich formierende Moderne Malerei, hier ist besonders an die intensiven Bilder des Expressionismus zu denken.

19. Juli: Der Geruchsinn und das Parfüm (Pfarreisaal)

Er gilt als der wichtigste postmoderne Roman in deutscher Sprache: Das Parfüm von Patrick Süsskind. Ein Teil der Geschichte spielt in Grasse, einem Zentrum der französischen Parfümherstellung. Seit jeher faszinieren Düfte den Menschen und werden kultiviert. Die Geschichte des Geruchssinns wird beleuchtet und nach der spezifischen Funktion des Riechens für den Menschen als leibliches Wesen gefragt.

13. September: Joan Miró, Yves Klein und die Abstraktion (Sitzungszimmer 1)

Der aus Barcelona stammende Maler Joan Miró setzt mit seinem Werk wichtige Akzente auf dem Weg in die gegenstandlose Malerei. Die Wirklichkeit wird dabei verzerrt und gleicht einer Traumlandschaft. Dabei ist vor allem das objet trouvé von zentraler Bedeutung. Ein Alltagsgegenstand erhält durch die künstlerische Bearbeitung eine neuartige Bedeutung. Einen anderen Weg in die Abstraktion wählte der in Nizza geborene Yves Klein. Seine monochromen (in einer Farbe gehaltenen) Bilder sind sein Markenzeichen. Insbesondere das typische Marineblau. Inspiriert von der Weite des blauen Himmels und dem bestechenden Blau der Fresken in Assisi vermittelt Klein die Magie der puren Farbe.