Die Kunst der Achtsamkeit

Jesus am Ölberg – Das Fenster zeigt Jesus im Garten Getsemani in der Nacht seiner Gefangenschaft. Der Garten ist Rückzugsort für sein Gebet, wovon er sich Stärkung für den bevorstehenden Leidensweg erhofft. Er fordert die Jünger auf, mit ihm wachend zu beten. Diese jedoch schlafen ein. (siehe auch Lukas 22,39-46)

Die Aufforderung Jesu, mit ihm in der Bedrängnis der letzten Stunden vor seiner Auslieferung zu wachen, betrifft auch uns. Der Schlaf der Jünger steht zeichenhaft für das Erkalten der Liebe und das Überhandnehmen des Bösen.

Unachtsamkeit ist die Wurzel von vielerlei Übel. Aber wir können der Lieblosigkeit in unserer Welt entgegentreten, indem wir unsere Aufmerksamkeit schulen und das Staunen einüben.

Achtsamkeit als Grundhaltung fördert Dankbarkeit und Wertschätzung – die Quellen für ein gelingendes Zusammenleben.

So mahnt denn Jesu seine Jünger, zu wachen, um nicht in Versuchung zu fallen. Auch wenn die Jünger eingeschlafen sind, so wurden sie von Christus dennoch nicht verworfen. Trotzdem wurden sie zu Zeugen seiner Auferstehung und der damit verbundenen Hoffnung.

Das darf auch uns anspornen, denn es ist nie zu spät, um aufzuwachen. Umkehr ist eine fortdauernde Möglichkeit in unserem Lebensvollzug. So ist denn auch das Schuldbekenntnis zu verstehen, das wir zu Beginn des Gottesdienstes feiern: 

Nicht als eine pessimistische Selbstverneinung, sondern eine realistische Sicht auf die eigene Gebrechlichkeit. In geduldiger Hinsicht auf Christus, der uns immer wieder zu einem Leben in Füllen befreien will. Die Gnade Gottes beflügelt uns, über unsere Schattenseiten hinauszuwachsen.

Auszug aus dem Booklet «Kunst & Liturgie in der Kirche St. Josef im Kreis 5», das Sie kostenlos erhalten. Es liegt in der Kirche auf oder kann übers Sekretariat bezogen werden.

Die Rundfenster in den Kapellen wurden 1964/65 von Giuseppe Remigio Scartezzini (1895–1967, Maler, Glasmaler) gestaltet.
Die gefalteten Hände sind Zeichen der inneren Sammlung beim Gebet.